Heimweg

Ich liebe es, auf Partys zu gehen.

Nicht wegen der Party selbst, nein, sondern weil ich den Heimweg so liebe.

Die Nacht ist still und klar, kein Auto, kein Lärm, nur mein Rad und ich, meine sich rhythmisch bewegenden Beine, der Asphalt unter den Rädern, das Rauschen des Fahrtwindes in den Ohren, die Kühle der Nacht an den Wangen.

In solchen Momenten, in denen alles und alle um mich herum schläft und schlafen, bin ich hellwach und abseits des hektischen und lauten Tagesgeschäft kann ich mich am besten hören.

Ich höre auf mich zu gängeln und mir zu, ordne und sortiere, lasse zu und lasse mich in die Nacht fallen.

Ich streune noch eine Weile durch die Nacht, ich brauche diese Zeit. Für mich.

Die Stille der Nacht ist meine Musik.

Die leuchtenden Stecknadelköpfe in der Ferne, die Laternen, sind das Konfetti meiner eigenen Party.

Auf dem Heimweg sortiert mein Kopf die Eindrücke des Tages, die Gedanken meines Kopfes, die Gefühle meines Herzens.

Neben mir radelst du.

Du schweigst, denn du liebst diese Momente genauso wie ich. Wir kosten gemeinsam still diesen Moment aus.

Du spürst meinen Blick auf dir, siehst zu mir und lächelst.

Ich strecke meine Hand nach dir aus.

Hand in Hand radeln wir nebeneinander her.

Nach Hause. Zu unserem Zuhause, das wir wie so vieles andere teilen, nicht zuletzt die Liebe zu stillen Heimwegen in der Nacht.

Und ich glaube, diese Heimwege wären anders für mich, wärst du nicht meine schweigende Begleitung und das Ziel meines Weges, auf das ich mich mehr als alles andere noch freue: mein Zuhause.

2 Kommentare zu „Heimweg

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