Kunst

Der Spiegel ist

Zerschlagen,

Zerbrochen.

Alles liegt

Verteilt in tausend Scherben

Es sind die Erben

Unseres Abbilds,

Die Relikte unserer Geschichte,

Die Einzelteile eines Ganzen,

Die Einzelteile von uns.

Wir sind entzweit

In tausend Teile,

Verstreut

in Raum und Zeile.

Stummer Streit

Stilles Ende,

Wir kamen weit,

Aber zu keiner Wende.

Das Ende

Wird uns nicht gerecht,

Unsere Liebe war stark,

Und sie war echt.

Das Kleben des Spiegels,

Das zusammensetzen der Scherben,

Es sind Kratzer und Dellen in Form von Kerben.

Die Wunden werden verheilen,

Die Narben bleiben.

Das zusammengesetzte neue alte Objekt-

Ist das Kunst?

Oder kann das weg?

Wir sind ein Kunstwerk, denn

So zeigen Narben,

dass Menschen was erlebt haben.

Und so zeigen das die Kerben

Mit den Verlaufsmustern der Scherben

die Sollbruchstellen.

Sie zeigen uns, wo

Wir verletzlich waren und sind,

Wir sind Kunst,

Und wir gefallen uns,

Darauf kommt es an.

Und am besten gefällt es mir,

Wenn ich das Gesicht von dir

In der Scherbe vor mir sehe.

Mit dir

Neben mir

Das Kunstwerk aus Scherben errichten,

Unsere in Kunst gegossenen Geschichten.

Unsere Vergangenheit und unser jetzt ausgedrückt in Formen, Farben und Figuren,

Der Entdeckung eines neuen wir auf den Spuren,

Dass es durch eine Erschütterung zwar vielleicht eher zerbricht,

Aber viel mehr als durch seine Perfektion dadurch besticht,

Dass es lebendig und echt ist,

Gezeichnet vom Leben,

Gebaut und bestehend von und aus uns,

Denn letztlich sind wir beide zusammen vor allem eines: Kunst.

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