Was bleibt

Die Frage ist,
was bleibt,
wenn die Angst verschwindet,
ich gehe,
die Kontrolle sich lockert,
ich entscheiden kann,
die Fesseln sich lösen,

ich frei bin

und ich plötzlich
gehen muss,
wissen muss,
wohin ich will,
wie,
auf welche Art und Weise,
mit wem
oder was,
ich mich entscheiden muss,
ich plötzlich
frei bin,
unkontrolliert bin
nicht mehr gezwungen,
und doch vielleicht viel mehr gezwungen bin
als jemals zuvor.
Jetzt muss ich mich mit mir selbst auseinandersetzen,
mit der Leere in mir,
die gleichzeitig
ein Vakuum
und eine erdrückende Masse
darstellt.

Das alles
kann platzen
oder mich zerdrücken.

Ich muss suchen,
nach dem,
was bleibt
in mir,
wenn alles andere
weg ist.
Ob da vielleicht noch etwas ist.
Etwas, das vielleicht sogar schön ist.

Etwas kleines, funkelndes
strahlendes,
mein Wesen,
ganz rein und klar,
ohne den Staub
der Verdrängung,
des Selbstbetrugs und des Vergessens.
Ohne die Risse
des Schmerzes,
der Angst,
und der Verbitterung.
Etwas,
das ich suchen,
ausgraben,
putzen,
pflegen,
in den Arm nehmen,
willkommen heißen
und lieb haben muss,
damit es sich wohl fühlt,
sich öffnet,
größer und stärker wird,
sich entfaltet
und all die verkümmert scheinenden Knospen
aufsprossen,
sich öffnen,
mir öffnen,
mir ein neues Lebensgefühl zeigen
und ich diesem ein neues Leben biete.

Die Angst
schränkt mich nicht mehr ein.
Die Kontrolle
gibt keine Struktur mehr vor.
Die Fesseln
entlassen mich frei
entfesselt in die Welt
und ich kann plötzlich
stehen und bleiben,
gehen und laufen,
spielen, lachen, weinen,
mich dem Gefühl,
dem Spiel,
der Welt hingeben,
mich in sie verlieben,
fallen lassen,
mir vertrauen
und mich der Welt anvertrauen.

Ich schwebe frei im Raum.
Es ist viel Platz zur Gestaltung.
Platz zur Bewegung.
Platz für meinen Platz.

Ich muss nicht entscheiden,
ich kann entscheiden.
Was ich möchte.
Was auch immer das ist.
Ich kann alles. Was ich will.
Gehen. Ankommen. Bleiben.

Und wenn ich springe,
falle,
dann wird sich zeigen,
ob ich wirklich falle oder fliege
und wenn ich falle,
dann lerne ich eben tauchen,
um dann
wie ein Wasservogel
wieder abzuheben,
wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Und bis dahin genieße ich
die Unterwasserwelt.
Das Leben aus einer anderen Perspektive.
Das Tauchen. Das Schwimmen.
Das sich treiben lassen. Mit der Strömung.
Oder aus eigenem Antrieb dagegen zu schwimmen.

Wer alte Bahnen verlässt,
gewohnte Abläufe einstellt,
eingebrannte Denk- und Handlungsmuster
durch neue ablöst,
kann
den Zauber des Neuen,
den Reiz des Anderen,
die Neugier,
den Entdeckungsgeist
erleben
und dadurch sehr viel gewinnen.

Vielleicht
kommt im ersten Schritt
viel mehr
zurück
und neues
hinzu
als gedacht.

Und vielleicht
bleibt im zweiten Schritt
viel mehr
als man es sich jemals
hätte träumen lassen können.

Lass es zu,
dass etwas,
und vielleicht
viel mehr bleibt,
als das,
was jetzt bleiben könnte.

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